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Ercoupe HB-ERB

Steckbrief:

Hersteller Engineering & Research Corporation (ERCO), Riverdale (Maryland, USA)
Baumuster Ercoupe 415-C, Werknummer 4367
Baujahr 1946
Erstflug des Prototyps Erco 310: Oktober 1937
HB-ERB:
Bauart Zweiplätziger Tiefdecker mit Bugfahrwerk in Metallbauweise
Abmessungen Spannweite 9.15 m
Flügelfläche 13.25 m2
Länge 6.34 m
Höhe 1.74 m
Gewichte Leergewicht: 340 kg.
Max. Abfluggewicht: 630 kg.
Max. Zuladung im Gepäckraum: 20 kg.
Triebwerk Original: 4 Zylinder Boxermotor Teledyne Continental Motors TCM A-65 (Nennleistung 65 PS)
Umgebaut auf einen Teledyne Continental C90-12F (Nennleistung 90 PS)
Propeller Mc Cauley 1A90/CF 7144
Tankinhalt

Quellenverweise: Veterano, Aero Band 3 S1223, Cockpit 4/1984, Cockpit 5/1985, Cockpit 12/1984, Fliegermagazin 12/1999

Leistungen:

Reisefluggeschwindigkeit  165 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
Minimalgeschwindigkeit:
Dienstgipfelhöhe 14'000 ft./4200 m MSL
Max. Steigleistung:
Treibstoffverbrauch:
Max. Flugdauer mit Reisegeschwindigkeit: 4.5 h
Reichweite:
Startdistanz: 700 m (Graspiste, 20° Lufttemperatur)
Landedistanz: 500 m (Graspiste, 20° Lufttemperatur)

Quellenverweise: Veterano, Aero Band 3 S1223, Cockpit 4/1984, Cockpit 5/1985, Cockpit 12/1984, Fliegermagazin 12/1999
Zum Flugzeugtyp allgemein:

Die Grundidee die schlussendlich zur Ercoupe führte, lag darin ein Flugzeug zu bauen das so leicht zu fliegen war wie ein Auto zu fahren. Ein Fred E. Weick befasste sich mit dem von der US Regierung ausgeschriebenen Projekt für ein neues Schul-Flugzeug. Sein erster Prototyp eines narrensicheren Flugzeuges flog 1934 auf dem Langley Field in Virginia. Die Erco 310 welche als Nachfolger dieser W-1 der Prototyp der Ercoupe-Reihe darstellte, flog 1937 das erste Mal. Angetrieben wurde diese Maschine von einem 4-Zylinder Reihenmotor des Typs Wright-Morehouse mit einer Leistung von 55 PS. Ein Jahr später entschied man sich bei ERCO für den Serienbau. Da die Leistung des Prototypen etwas schwach war, wurde die Serienmaschine mit einem Continental Motor von 65 PS ausgerüstet. Die Bezeichnung dieser ersten Version lautet Erco 415-C. 112 Exemplare der Erco 415-C wurden bis 1941 gebaut. Erst 1946 wurde die Produktion der Erco 415-C dann wieder aufgenommen und innerhalb eines Jahres 4310 Maschinen ausgeliefert. 1947 wurde die Version 415-D gebaut. Sie unterschied sich durch den stärkeren 75-PS Motor von der C-Version, und wurde in 446 Exemplaren gebaut. Die Version 415-E die 1948 gebaut wurde, hatte einen 85-PS Motor und wurde bis 1950 in 143 Maschinen gebaut. Bei dieser Version wurden zusätzlich das Bugfahrwerk verlängert und die Höhenruder getrennt. Bis Ende 1950 wurden noch 281 Ercoupe als E und G-Club-Air Version gebaut. Einen Teil davon bei Univair in Denver. Diese Versionen waren auf Wunsch mit einer getrennten Seitensteuer-Anlenkung erhältlich. Auch die ersten Versionen mit Einziehfahrwerk (Super Coupe) und Schwimmern (Sea Coupe) wurden in diesen Jahren gebaut, bleiben aber Einzelexemplare.

Ab 1958 wurde die Ercoupe von der Forney Aircraft in Fort Collins (Colorado) unter der Bezeichnung Fornair F-1 Aircoupe hergestellt. Die Forney Aircraft hatte die Baurechte von ERCO übernommen, nachdem diese in den roten Zahlen steckte. Die 115 bis 1959 abgelieferten F-1 Maschinen wurden von einem Continental 90-PS Motor ausgerüstet.

1960 gingen die Baurechte an die Firma Air Products in Carlsbad über, nachdem auch Forney Aircraft aufgelöst wurde. Zwischen 1960 und 1964 wurden noch 27 Ercoupe mit der Bezeichnung F-1A Carlsbad Coupe gebaut. Dann wurde auch diese Firma liquidiert.

1964 startete die von John Alon und Lee Hidgon neugegründete Firma Alon in McPhearson (Kansas) mit der Produktion der A-2 Aircoupe. Sie unterschied sich von den Vorgängern durch eine neue Kabinenverglasung und ein vereinfachtes Bugfahrwerk. Auch die Holzkonstruktion des Flügelmittelteils wurde durch eine Metallkonstruktion ersetzt.
Erfolglos blieben Versuche den 90 PS Motor durch einen 130 PS Motor zu ersetzen. Auch eine viersitzige Version A-4 mit einem Lycoming 320 PS Motor kam nicht über das Versuchsstadium hinaus.

Die letzte aus der Ercoupe abgeleitete Maschine wurde nach der Fusion von Alon mit Mooney Aircraft in Kerrville (Texas) unter der Bezeichnung Mooney M-10 Cadet von 1967 an produziert. 52 Flugzeuge dieses Typs wurden produziert. Eine wesentliche Änderung am Konzept der Ercoupe wurde dabei umgesetzt: das Doppelseitenleitwerk wurde durch ein einfaches Leitwerk ersetzt. Klar das dieses Leitwerk in der typische Mooney Form gebaut war.

Eine tabellarische Übersicht der gebauten Ercoupe-Flugzeuge:


Übersicht der Typen:

Jahr Version Anzahl Hersteller Motorisierung, Spezielles
1937 Erco 310 Prototyp Fred E. Weick Wright-Morehouse Motor mit 55 PS
1938-1941 Erco 415-C 112 Engineering & Research Corporation (ERCO), Riverdale (Maryland, USA) Continental Motor von 65 PS
1946 Erco 415-C 4310 Engineering & Research Corporation (ERCO), Riverdale (Maryland, USA) Continental Motor von 65 PS
1947 Erco 415-D 446 Engineering & Research Corporation (ERCO), Riverdale (Maryland, USA) Continental Motor von 75 PS
1948-1950 Erco 415-E 143 Engineering & Research Corporation (ERCO), Riverdale (Maryland, USA) Continental Motor von 85 PS,
verlängertes Bugfahrwerk, getrennte Höhenruder
1950 Erco 415-E
Erco 415-G Club Air
281 Teilweise bei Univair, Denver Continental Motor von 85 PS,
auf Wunsch mit getrennter Seitenruder-Anlenkung
1958-1959 Fornair F-1 Aircoupe 115 Forney Aircraft, Fort Collins (Colorado) Continental Motor von 90 PS
1960-1964 F-1A Carlsbad Coupe 27 Air Products, Carlsbad Continental Motor von 90 PS
1964-1967 A-2 Aircoupe 241 Alon, McPhearson (Kansas) Continental Motor von 90 PS,
neue Kabinenverglasung, Flügelmittelteil in Holz durch Metallkonstruktion ersetzt, vereinfachtes Fahrwerk
1967 Mooney M-10 Cadet 52 Mooney Aircraft, Kerrville (Texas) Continental Motor von 90 PS,
doppelseitenleitwerk durch einfaches Seitenleitwerk ersetzt.


Die Ercoupe ist heute ein vor allem in den Staaten beliebter Oldtimer. Auf dem Web finden sich diverse Seiten von Ercoupe Eigentümern und Betreibern welche von dieser aktiven Szene berichten. Die entsprechenden Links finden sich am Ende dieser Seite und auf der Seite mit den typenspezifischen Links.

Quellenverweise: Veterano, Cockpit 3/92, diverse im Internet publizierte Dokumente

Technische Beschreibung:

Die Ercoupe ist eine Metallkonstruktion deren Flügel und Ruderflächen stoffbespannt sind. Nur der Flügelmittelteil ist aus Holz aufgebaut. Wesentlich für die äusserst gutmütigen Flugeigenschaften sind die grosse V-Form des Tragflügels und das Doppel-Seitenleitwerk das ausserhalb des Propellerstrahls liegt. Auch das Bugfahrwerk trägt zur einfacheren Handhabung bei Start, Landung und dem Rollen bei. Eine weitere Spezialität liegt in der Steuerung der Ercoupe. Die Quer- und Seitenruder sind gekoppelt. Die Seitensteuerpedale fehlen demzufolge. Die Lenkung des Bugrads erfolgt mit den Querrudern gekoppelt. Am Boden im Cockpit befindet sich nur ein Bremspedal. Die Anlenkung der Querruder sind zudem sehr stark differenziert angelenkt, d.h. das nach oben ausschlagende Querruder bewegt sich max. um 40.5 Grad nach oben, nach unten beträgt der Ausschlag jedoch nur 9.5 Grad. Das Seitenruder läuft sinngemäss mit den Querrudern mit. Für die damalige Zeit und diese Flugzeug-Grösse war auch das 'Steuerrad' im Gegensatz zum Steuerknüppel eine ungewohnte technische Lösung.

Als Flügelprofil kommt ein NASA Profil mit einer geringen Wölbungsrücklage zum Einsatz. Auch dies dient der Gutmütigkeit der Maschine. Die Propellerachse wurde im Hinblick auf Sturz und Zug so angeordnet, dass die Drehmomente mehrheitlich ausgeglichen werden.

Die seitlichen Kunstoff-Scheiben werden zum Zugang ins Cockpit nach unten in die Rumpfwand versenkt. Das Flugzeug kann offen geflogen werden.

Details zu den verschiedenen Motorisierungen sind im nachfolgenden Abschnitt zu finden.

In späteren Jahren wurden auch Versuche mit Ercoupes auf Schwimmern und Skiern durchgeführt.

Quellenverweise: Veterano, Cockpit 3/92, diverse im Internet publizierte Dokumente

Lebenslauf der HB-ERB:

Die Neuenburger Firma Transair hat 1947 die Ercoupe-Vertretung für die Schweiz übernommen. Die HB-ERB als erste in die Schweiz importierte Ercoupe flog hier das erste mal am 4.Juli 1947. Im gleichen Jahr wurde die HB-ERB am internationalen Flugzeugmarkt in Grenchen präsentiert und in der Folge von der Flugschule von Alfred Comte in Spreitenbach übernommen. Vorher war sie in den Vereinigten Staaten als N3742H eingetragen. Dann in Belgien als OO-EXA. Bis 1949 wurde sie von Alfred Comte in Spreitenbach betrieben. Eine Zeitlang war die HB-ERB dann im Birrfeld stationiert. Von 1977 bis 2004 war die HB-ERB im Besitz von Peter Liniger.  Heimatflugplatz war Locarno. 1994 wurde die HB-ERB neu eingetucht und lackiert. Im Frühling 2004 hat die Fluggruppe Veterano die HB-ERB übernommen.

Die schweizer Ercoupe in der Übersicht, zusammengestellt von L.F. Sarjeant und E. Gandet. Es handelt sich ausnahmslos um die Version 415-C.

Immatrikulation
Werk Nr.
Baujahr
Eintragung Löschung Bemerkungen
HB-ERB 4367
1946
05.07.1947 - Vorher N3742H, OO-EXA
HB-ERC 3241
1946
23.11.1946 23.02.1950 Vorher N2616H, Unfall Allmend Zürich
HB-ERD 4737 1947 20.10.1947 03.07.1952 Vorher OO-EXE, als D-EJOR nach Deutschland wo sie von Stephan Vatter geflogen wird
HB-ERF 4689 1947 15.12.1949 31.12.1950 Unfall
HB-ERG 4383 1946 08.11.1957 14.1.1962 Vorher N3759H, OO-JDG, Unfall La Chaux-de-Fonds
HB-ERH 1751 1946 05.06.1962 - Vorher N99128, D-ELEN, demontiert

Linkliste zum Thema Ercoupe:

The Ercoupe Owners Club Home
Der amerikanische Ercoupe-Besitzer-Club unterhält diese Seite. Interessant insbesondere die Dokumentationen und Fotos der alle zwei Jahre stattfindenden Treffen. Englische Seite.

The Ercoupe Network
Infos und viele Bilder zum Ercoupe. Auch historische Bilder bis zurück zum Prototypen sind hier zu finden. Die Bilder können auch nach Immatrikulation geordnet durchsucht werden. Technische Merkblätter (airworthiness directives) sind hier ebenfalls aufgelistet. Englische Seite.